BarbieBar: mehr als nur rosa Träume


BarbieBar
Als 1962 für die Räume im Hause Mehringdamm 77, Parterre rechts, die Konzession für eine Trinkhalle vergeben wurde, konnte sich die damalige Betreiberin Grete wahrscheinlich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen, was, oder besser gesagt, wer knapp 40 Jahre später Einzug in die "heilige Halle" halten würde!
Die Metamorphose der Trinkhalle zur BarbieBar verlief in den unterschiedlichsten "Verpuppungs"-Stadien. Angefangen hat es in den 70er Jahren mit einer "mexikanischen Würfelhölle". Eine "Braunfärbung" des Publikums bestimmten die 80er. Auftrieb und auch freundlichere Farbe erhielten die Räumlichkeiten in den späten 90er Jahren wieder, mit dem Einzug einer "Cocktail Schmiede", die jedoch bald wieder auszog.
Am 18. August 2001 fand die erste Barbie ihren Weg in das neu entstandene Etablissement und wunderte sich, dass sie keine weiteren Puppenfreundinnen antraf, dafür aber ein buntes Völkchen aus Schwulen, Lesben, Tunten und deren FreundInnen, die mit einer fabulösen Party die Eröffnung der BarbieBar feierten.
Wie konnte das sein, sie war doch in der BarbieBar?
Soweit richtig. Pate für den Namen stand allerdings nicht die Puppe, sonder eine Bar aus dem Film "Life according to Agfa".
Die Bar im Film wird liebevoll "Barbie" genannt, abgeleitet von einer benachbarten Klapsmühle, namens "abarbanell".
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Seit diesem Tag hat die damals einzige Barbie es geschafft, eine Vielzahl ihrer Zwillingsschwestern, Kusinen, Nichten und auch sehr sehr entfernten Verwandten für "ihre" Bar zu begeistern (selbst Gruppenreisen aus Kinderzimmern der Nachbarschaft wurden organisiert). Sie bevölkerten nach und nach jede freie Ecke, turnen mittlerweile im Kronleuchter herum und amüsieren sich genauso über Torten liebende Kaffeegäste oder Cocktail-Genießer, wie über die immer wieder grotesk genialen Tuntenshows. So hält Barbie täglich Hof in ihrem Domizil, gerade weit genug entfernt von der geschäftigen Einkaufsmeile Bergmannstraße, um an sonnigen Tagen nachmittags entspannt auf der Terrasse zu sitzen, bei einem Tässchen Kaffee Zeitschriften zu lesen, zum Feierabend ein Glas Wein zu trinken, mit Freunden die Nacht durch zu quatschen, oder in Partystimmung bei Cocktails das Wochenende zu feiern, und doch zentral genug, um in 2 Minuten zu Fuß im Schwuz oder an der U-Bahn zu sein. Denn sie wollte nie Astronautin, Lehrerin oder Ärztin werden, nein, ...sie wollte immer nur das Eine, eine Barbesitzerin sein.