Lindas Lipglosse
Aug 2007

August 07

barbie-torte
Ein bezauberndes Hallo
an alle anwesenden Gratulantinnen und Gratulanten.



Der Monat August hat es in sich. Nicht, dass es mir in den restlichen Monaten des Jahres langweilig werden würde, aber diese Dichte an Jubiläen und Events lässt mir schon ein leichtes Gänsehäutchen wachsen. Nur gut, dass ich keine Event-Managerin geworden bin. Das hieße nämlich, dass ich all diese Veranstaltungen planen MÜSSTE. Als Glossographin kann ich mir AUSSUCHEN, über welche Anlässe ich verbal ejakuliere.
Ein schlimmes Beispiel war vielleicht die Hochzeit eines Brötchens, das seine Quark(hand)tasche geheiratet hat und dieses durchaus intime Ereignis so dermaßen an die mediale Glocke gehängt hat, dass es nur so rappelte. Noch während die Doku-Soap, die von den Hochzeitsvorbereitungen berichtete, in der Glotze vor sich hin plätscherte, dachte ich mir, sie werden es doch nicht wirklich tun. Mit „sie“ meine ich die unter Logorhoe leidende Gülltschahn und den qua Geburt von Beruf seienden Sohn Sebastian. Sie taten es doch! Und das Schlimme daran, sie luden mich zur Feier ein. Was ich dort zu sehen bekam, ließ meine Augen kotzen...
Geschmacklose Gäste – von denen die Hälfte gekauft waren – tummelten sich auf der Strandpromenade von Warnemünde und jubelten viertklassigen Prominenten zu, die so derart uninteressant waren, dass RTL sie noch nicht mal in den Dschungel schicken würde. Die Braut sah aus, wie eine Mischung aus Hochglanz-Transe und Herrn Blanco. Wobei sich letzterer Vergleich auf ihr viel zu dunkles Make-up bezieht.
Als nach der Trauung die Hochzeitskapelle Scooter zum Tanz aufforderte, konnte ich nichts anderes tun, als mir die Hochzeitskutsche zu schnappen und ganz ganz schnell zu fliehen. Solche Intelligenzabstinente sind Menschen, mit denen ich nie befreundet sein möchte...
Nun gut, ehe mir jemand vorwirft, ich würde zu schnell mit Urteilen und Schubladen um mich werfen, fange ich mal mit den wirklich lohnenswerten Jubiläen an.
Neben Elvis, dessen Todestag sich am 16. August das 30. Mal jährt, ist auch das Jubiläum der Puppe Lilli, der Vorgängerin der heutigen Barbie-Puppe, erwähnenswert. Vor genau 55 Jahren wurde diese Puppe – zunächst als Cartoon-Figur – in Deutschland ins Leben gerufen.
Und damit bin ich auch schon bei dem wichtigsten Ereignis dieser Tage:

DIE BARBIEBAR FEIERT IHREN 6. GEBURTSTAG!!!

Auch wenn Frau Barbie nicht die Namensgeberin für die Bar war, kann ich mit Fug und Recht behaupten: Die kleine niedliche Barbie ist aus ihren kindlichen Pumps und ihren babyrosafarbenen Fummeln herausgewachsen und kann sich nun – in einem stilvollen Kostüm in herrlich sattem Pink – der Welt und vor allem der Berliner Gay-Community (ich hasse dieses Wort) stellen.
Ich gratuliere recht herzlich und hoffe, dass am Freitag, den 17. August die BarbieBar bei Tanz, Gesang und Vollplayback aus ihren nicht zu engen Nähten platzt!!!
Bevor diese Glosse zu einer viel zu langen Jubiläums-Rede mutiert, mache ich es kurz und verwöhne die Augen meiner treuen Anhängerschaft mit Bildern, die ich über Jahre hinweg gesammelt habe und es nie die Gelegenheit gab, sie in meine Glosse einzubauen:


Hier ein Schnappschuss von mir als Kind...

page17_2


Das Publikum während der Amanda-Lear-Show...

page17_3


Ich im Taxi in New York mit Madonna.

page17_4


Ein selbstgezeichnetes Bild von Frau H., als ich sie im Knast besuchte.

page17_5


Eine Werbeanzeige der Cocktail-Bar „Barbie“ in Tokio.

page17_6


Ein nie stattgefunden habender Kontest in der BarbieBar...

page17_7


Eine nie aufgehängte Werbetafel an der Eingangstür der BarbieBar.


page17_8



Besucht auch nächsten Monat wieder meine Glosse, wenn es heißt: „Was
man beim Öffnen einer Auster alles falsch machen kann, oder warum Trüffelschweine nichts weiter als geile Säue sind.“

Bis die Tage, eure
Linda von Tennstaedt

PS.: Wenn Gott gewollt hätte, dass ich mich verbiegen lasse, wäre ich ein Draht geworden.