Oktober 08
16.10.2008 18:43
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Entschuldigung, liebe Leserinnen und Leser, ich habe nur mal schnell in meinen Hirnwindungen überschlagen, wie viele nette Sachen ich mir für 500 Milliarden Euro kaufen könnte. Nicht, dass ich soviel Geld auf meinem Giro-Konto hätte, auch auf meinen Schweizer Konten ist nicht annähernd so viel Moos, aber dank Frau Merkels beruhigender Worte darf mir doch das Träumen erlaubt sein. Wenn sie sagt, das Geld ist sicher, dann ist es sicher. Notfalls wird nachgedruckt. Schließlich bewegt mich schon seit längerem der Gedanke, welche Börsenzeitschrift zu mir passt.
Nachdem sich mittlerweile etwa 20 Börsenzeitschriften auf der deutschen Privatanlegerszene tummeln, scheint mir diese Frage ebenso berechtigt wie bisher unbeachtet geblieben zu sein. Grundsätzlich ähnelt das Problem der Beziehung zwischen Kleinanleger und Börsenblatt der Frage, ob zuerst das Ei oder die Henne da war. Soll heißen: Suche ich mir die Zeitschrift, die meinen vorgefassten Anlagepräferenzen entspricht und somit meine Meinung bestätigt? Oder handle ich stur nach den Ratschlägen, die mir das Blatt gibt, das mir aus was für Gründen auch immer als Erstes in die Hände gefallen ist? Dies entscheidet am besten jeder für sich selbst. Im Nachhinein schlauer geworden, würde ich es derzeit eindeutig mit dem Wirtschaftsmagazin CAPITAL halten, das bereits auf den Titelseiten klar zum Geldparken und Warten auf bessere Zeiten geraten hat. Ein Glückstreffer? Dagegen sieht die in den letzten zehn Jahren mit ihren Ratschlägen unverschämt erfolgreiche, aber wenig bekannte BOERSE AKTUELL derzeit total bescheiden aus. Sie hatte ihre Leser auf die so genannte Wachstumsstrategie eingeschworen. Die Depots der Leserschaft brummten, aber auch nur deshalb, weil die amerikanische Wirtschaft und mit ihr die amerikanischen Wachstumswerte brummten. Die übermenschliche Anstrengung für den Leser und Anleger bestand lediglich darin, jahrelang auf seinen Händen zu sitzen und ja kein Stück zu verkaufen, was zugegebenermaßen auch nicht gerade einfach ist. Mittlerweile sind sich allerdings die Herren dieser Redaktion bei vielen ihrer empfohlenen Wachstumswerte auch nicht mehr ganz so sicher, ob es sich bei selbigen tatsächlich ... na, ihr wisst schon.
Somit scheinen die meisten aus der Schar der wackeren Kleinanleger mittlerweile zu dem Schluss gekommen zu sein, sich am besten nur auf die eigene Meinung zu verlassen und danach zu handeln. Dies hat zumindest den unbestreitbaren Vorteil, dass man sich im so genannten neudeutschen "worst case" nur an die eigene Nase greifen muss.
Wenn ihr nach all dem aber immer noch nicht von eurer liebgewonnenen Gewohnheit, regelmäßig eine Börsenzeitschrift zu beziehen, abrücken wollt, gebe ich euch folgenden gut gemeinten Rat: Wählt eurem Naturell entsprechend! Bist du ein eher ruhiger, in seinen Entscheidungen bedächtiger Zeitgenosse? Dann ist FINANZEN das Richtige für dich! Die erscheint nur monatlich und die abgedruckten Kurse sind dann eh längst überholt. Bist du hektisch, lauerst unruhig auf neuste Infos und schichtest dein Depot fünf Mal im Monat um? Abonniere die FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND! Die erzählt dir in fünf Ausgaben pro Woche mindestens dreimal das Gegenteil der vorherigen Ausgabe. Oder noch besser - schau n-tv – da ist die Dosis noch höher und Privatsender kosten nichts.
Wie ihr euch auch entscheiden mögt, mit Börsentippps ist es wie mit dem schönen Sprichwort: "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist."
Und für diejenigen unter euch, die nur noch Bahnhof verstehen:
DAX ist kein Tier und DOW JONES ist nicht der Bruder von Olivia...
Oh je, es war nie meine Absicht, euch mit trockenen Themen zu langweilen! Falls ich es doch getan habe, so verzeiht mir...
Eure Linda von Tennstaedt,
die es einer schlauen Frau gleichtut, die mal sagte: "Lagert Speiseöl und Nähgarn im Keller - das sind begehrte Tauschprodukte!"
